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Kultur & Tourismus » Personen » Anton Günther  Samstag, 19. Mai 2012
Anton Günther

Anton Günther - Mundartdichtung und Liedpostkarten

Nach seiner Lehre mußte er jedoch seine geliebte Heimat verlassen. Sein Weg führte ihn nach Prag, wo er sein erstes Lied "Derham is derham" schrieb und veröffentlichte.  

Aufgrund des Erfolges, dieser ersten Veröffentlichung begann er, weitere Lieder über seine Heimat zu schreiben. Er ließ die Texte und Melodien auf Postkarten drucken, und verbreitete sie somit unter der Bevölkerung und konnte sich und seiner Familie somit ein Zubrot verdienen.

Nach dem Tod seines Vaters kehrte er in die Heimat zurück, wo er half, den familiären Hof zu bewirtschaften. Während er seinen Beruf als Lithograph aufgab, widmete er sich weiterhin dem Singen und Texten, womit er sich eine Exitenz aufzubauen suchte.

So zog er zusammen mit seinem Bruder durch die Region und wo auch immer er sich gerade aufhielt, gab er seine Lieder zum Besten und verkaufte sie als Postkarten.

Schon bald war er als Volksdichter im ganzen Erzgebirge bekannt.

Ab 1914 gehörte er dem österreichischen Heer an. Nach dem Ende des ersten Weltkrieg wurde das erzgebirgische Volk durch die Gründung des tschechischen Staates geteilt. Was sich natürlich auf das Leben Anton Günthers auswirkte. Auf seine Weise, mit seinen Gedichten und Liedern, bemühte er sich um den Erhalt der Verbindung zwischen den Menschen auf beiden Seiten der neuen Grenze.

In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts war seine Bekanntheit so gross, dass er selbst ausserhalb des Erzgebirges, teilweise in Wien, seine Lieder zum Besten gab. Mit dem Nationalsozialismus kam die Schliessung der Grenze, was dazu führte, daß er seine Liedpostkarten nicht mehr im deutschen Teil des Ergebirges verkaufen konnte. Auch der Kontakt zu ihm wichtigen und lieben Menschen wurde ihm dadurch verwehrt.

Zu seinem 60. Geburtstag wurde Anton Günther eine große Ehre zu Teil. Aus allen Regionen bekam er zahlreichen Briefe und Glückwünsche und für sein Wirken wurde in seinem Geburtsort ein Gedenkstein errichtet.
1937 verstarb der über das Erzgebirge hinaus bekannte Heimatdichter.

Doch vergessen ist er nicht. Noch heute werden seine Lieder gesungen und seine Mundartgedichte vorgetragen. (an)

Anton Günther wurde 1876 im tschechischen Gottesgab (dem heutigen BoziDar) geboren.
Zusammen mit seinen sechs Geschwistern wuchs er in einer musikalischen, aber armen Familie auf.

1892 begann er in Buchholz eine Lehre zum Lithographen, um seine Familie finanziell unterstützen zu können, obwohl der Naturliebende gerne Förster geworden wäre.

Mehr Informationen unter: http://www.anton-guenther.de/
  
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