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Kultur & Tourismus » Personen » Karl Stülpner  Samstag, 19. Mai 2012
Karl Stülpner

Karl Stülpner - der "Robin Hood des Erzgebirges"    

In Scharfenstein (jetzt Mittleres Erzgebirge) erblickte 1762 Karl Stülpner das Licht der Welt.

Er wuchs unter den Ärmsten der Armen auf. Frühzeitig verlor er seinen Vater und mußte sich an dessen Stelle um die Familie kümmern. Um eine Hungersnot überstehen zu können, verkaufte die Familie ihr Haus.

Als Sechzehnjähriger trat er in den Kriegsdienst ein. Später ernährte er sich durch Gelegenheitsarbeit und begann sein Leben als Wilderer.

Da die Wilderei einem persönlichen Angriff auf den Herzog gleichkam, fanden die Wilderer viele Sympathisanten unter der Bevölkerung, wurden jedoch von anderer Seite verfolgt.

1780 schloß sich Karl Stülpner wieder dem Militär an, wo er nach Zschopau versetzt wurde und mit dem Einverständnis der Offiziere ungestört wildern konnte.

Nach einer Schlägerei mit einem Jägerburschen wurde er in Chemnitz inhaftiert, konnte aber bei einem Marsch fliehen. Er flüchtete in die böhmischen Berge. Nach langer Wanderschaft kehrte er wieder in die Heimat, wo sich aber niemand mehr für ihn interessierte.

Er führte eine Gruppe von Wilderern an, mit denen er durch die sächsischen und böhmischen Reviere zog. Man erzählt sich, daß er bei seinen Streifzügen Dieben und Räubern das Handwerk legte und "anmaßenden" Forstbeamten eine Lehre erteilte. Er half den Unterdrückten und Hilfesuchenden, die ihn bei seiner Flucht als Dank unterstützten.

Er zog dann wieder in den Krieg, kämpfte aber diesmal an der Seite der Preußen. 1794 kehrte er nach Scharfenstein zurück. Er nahm sein Leben als Wildschütz wieder auf und ging gegen die Feinde des Volkes vor. Was ihm einerseits den ruf als Volkshelden einbrachte, andererseits aber auch wieder Verfolgung nach sich zog.

Sechs Jahre später kehrte er dem Wildererdasein entgültig den Rücken. Er schloß sich abermals für 7 Jahre dem Chemnitzer Regiment an.

1813 kam er heim nach Scharfenstein, wo er ein ärmliches Leben führte. In seinen letzten 2 Jahren erkrankte er und erblindetete halb. 1841 verstarb Karl Stülpner und wurde auf dem Friedhof in Großolbersdorf begraben. (an)

  
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